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Brief [und beiliegendes Manuskript mit Goethe-Versen] von Max Bruch an Ernst RudorffMusikwissenschaftliches Institut KölnMax-Bruch-ArchivSignatur: Br. Korr. 154, 310

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Brief [und beiliegendes Manuskript mit Goethe-Versen] von Max Bruch an Ernst RudorffMusikwissenschaftliches Institut Köln ; Max-Bruch-Archiv

Signatur: Br. Korr. 154, 310


Bruch, Max (1838-1920) [Verfasser],Rudorff, Ernst (1840-1916) [Adressat]

Friedenau, 26.01.1911. - 5 Seiten (4 Seiten Brief, 1 Seite Manuskript), Deutsch. - Brief, Lyrik

Inhaltsangabe: M. l. Freund, Entschuldige, daß ich Deine beiden Briefe vom 11. und 16. d.M. nicht längst beantwortet habe. Es geht mir zwar im Ganzen besser, aber zu Briefen konnte ich mich doch nicht aufschwingen. Auch zum 18. Jan. habe ich schändlicher Weise nichts von mir hören lassen – ich lag zu Bett und hatte gar keine Gedanken!Was nun 1) das neue Geigenstück betrifft, so stimme ich mit Deinen Argumenten völlig überein und will also das Stück definitv „Concertstück“ nennen. Das war auch immer meine Absicht. Der Titel „Concert“ würde für das zweisätzige Stück nicht passen und zu Mißverständnissen Anlaß geben. Ich habe bei diesem Werk sehr an Goethe’s herrliche „Trilogie der Leidenschaft“ gedacht; es herrscht daher in I leidenschaftl. Bewegung, in II völlige Ruhe und Trost. Die wichtigsten Strophen lege ich zu Deiner Orientierung bei. Auf dem Titel wollte ich aber von alledem nichts sagen!2) Die Uebereinstimmung des Motiv’s aus Mozarts Kinderoper „Bastien et Bastienne“ mit dem ersten Thema des I. Satzes der Eroica ist höchst amüsant. Der Fall war mir aber längst bekannt. Otto Jahn erwähnt ihn (Mozart, Ausgabe in 4 Bänden, I, Seite 90 u. 91), „hofft aber, daß Niemand dabei an eine wirkliche Reminiscenz denken werde.“ - Ob Beeth. Das Thema gekannt hat, wird sich nicht mehr en6entscheiden lassen. Möglich wäre es ja; die Alten nahmen es überh. mit „Reminisc.“ nicht sehr „genau“. Wie hat Mozart den trockenen Clementi bestohlen – und was hat er aus dem Thema der Clementischen B-Dur-Sonate gemacht! – Gernsh. ist zum „Ritter“ der Franz. Légion d’honneur ernannt worden. Welch ein imposanter Ritter! Er muß in Paris gute Freunde haben. Wir Deutschen haben nur zwei; R. Strauss u. Gernsh., die Ehrenlegion! Deine Sinfonie möchte ich auf 8-14 Tage sehen!Beilage: Manuskript mit Goethe-Versen, links daneben Angaben zu möglicher VertonungAll.o appassionato Fis-moll alla breve-Zeichen Mir ist das All, ich bin mir selbst verloren,der ich noch erst den Göttern Liebling war;sie prüften mich, verliehen mir Pandoren,so reich an Gütern, reicher an Gefahr;sie drängten mich zum gabeseligen Munde,sie trennen mich und richten mich zugrunde.Trüb ist der Geist, verworren das Beginnen;Die hehre Welt, wie schwindet sie den Sinnen!Adagio Ges-Dur 3/8 (mit Beutzung eines Irischen Volksliedes) Da schwebt hervor Musik mit Engelsschwingen,Verflicht zu Millionen Tön um Töne,Des Menschen Wesen durch und durch zu dringen,Zu überfüllen ihn mit ewger Schöne:Das Auge netzt sich, fühlt im höhern SehnenDen Götter-Wert der Töne wie der Tränen(Goethe)Aus der „Trilogie der Leidenschaft

Bemerkung: Max BruchGeigenstück Concertstück“ mit Erklärung zum Inhalt 2. Mozart-Beethoven- ClementiBeilage: Manuskript mit Goethe-Versen, links daneben Angaben zu möglicher Vertonung

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Max-Bruch-Archiv / Korrespondenz

DE-611-HS-4318594, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4318594

Erfassung: 19. Februar 2026 ; Modifikation: 27. Februar 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-02-27T19:34:04+01:00